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Texter-Stundensatz vs. Wortpreis: Was wann besser ist

Stundensatz, Wortpreis oder Paket — welches Abrechnungsmodell passt wann? Mit Rechenbeispielen, Entscheidungsmatrix und Marktzahlen 2026.

SaaS Rebels 15.04.2026 11 Min. Lesezeit
Texter-Stundensatz vs. Wortpreis: Was wann besser ist

Wortpreis, Stundensatz oder Paket — die Frage, wie du deine Texte abrechnen sollst, entscheidet mehr über dein Einkommen als dein Talent. In diesem Artikel rechnen wir nach: mit echten Marktzahlen aus 2026, drei Beispielrechnungen und einer Entscheidungsmatrix, die dir zeigt, welches Modell wann passt.

Stundensatz, Wortpreis oder Paket — die kurze Antwort

Wortpreis passt für kurze, klar umrissene Textaufträge ohne Recherche. Stundensatz passt für Strategie, Beratung und unklare Projekte. Paketpreise sind der Goldstandard für spezialisierte Texter:innen — sie geben Kund:innen Kostensicherheit und dir faire Bezahlung, wenn du deinen echten Aufwand kennst. Die ehrlichste Lösung für die meisten Aufträge ist ein Hybrid aus Paket plus separater Recherche-Stunden.

Welches Abrechnungsmodell passt wann?

Entscheidungsmatrix für Texter:innen im DACH-Raum

AuftragstypEmpfohlenes ModellWarum
Kurze Standardtexte
Produkttexte, Meta-Descriptions
WortpreisKlarer Output, minimaler Hidden Cost
Blogartikel, Whitepaper
Fachtexte mit Recherche
Paket + Recherche-StundenOutput planbar, Recherche variabel
Landingpage, Salespage
E-Mail-Sequenzen
Paket pro LieferobjektWert hängt am Asset, nicht an der Länge
Strategie, Workshops
Beratung, Positionierung
StundensatzUmfang unklar, Wert nicht linear mit Zeit
Laufende Content-Arbeit
Social Media, Newsletter
Monats-RetainerPlanbarkeit für beide Seiten
Empfehlung: Hybrid aus Paket + separaten Recherche-Stunden deckt 80 % aller Aufträge ab.

Der verborgene Killer: warum Wortpreise dich in die Verlustzone kicken

Wortpreise klingen fair. Du lieferst 1.000 Wörter, du bekommst 1.000 × X Cent. Klare Sache, oder? Nein. Wortpreise verschweigen systematisch drei Kostenpositionen: Recherche-Zeit, Briefing-Klärung und Korrekturschleifen. Der Preis wird für das sichtbare Output gezahlt — aber die Arbeit besteht zu 40 bis 70 Prozent aus dem, was niemand sieht.

Rechenbeispiel 1: Blogpost mit Recherche

Du schreibst einen 1.000-Wörter-Fachartikel über E-Rechnung. Der Kunde bietet dir 10 Cent pro Wort. 100 Euro. Klingt okay, oder?

Jetzt rechne ehrlich mit:

  • 30 Minuten Briefing-Call
  • 4 Stunden Recherche (Gesetzestexte, Beispiele, Quellen prüfen)
  • 3 Stunden Schreiben
  • 1 Stunde Korrekturschleife

Gesamt: 8,5 Stunden. 100 Euro geteilt durch 8,5 = 11,76 Euro pro Stunde. Das ist weniger als der gesetzliche Mindestlohn. Und du hast noch nicht mal Steuern oder Krankenversicherung dagegengerechnet.

Der Recherche-Killer im Wortpreis

Effektiver Stundensatz bei 1.000-Wörter-Artikel für 100 Euro (10 Cent/Wort)

0 h Recherche (reines Schreiben 3 h)33,33 €/Std.
profitabel
2 h Recherche (5 h gesamt)20,00 €/Std.
grenzwertig
4 h Recherche (7 h gesamt)14,28 €/Std.
Verlust
6 h Recherche (9 h gesamt)11,11 €/Std.
Mindestlohn
!

Ziel-Stundensatz laut Berufsverband Text und Konzept: mindestens 90 € pro Stunde. Jede Zeile über 1 h Recherche kippt den Wortpreis in die Verlustzone.

Rechenbeispiel 2: Der Textbörsen-Fall

Bei Textbroker — der größten deutschsprachigen Textbörse — liegt die Vergütung nach Sterne-Einstufung zwischen 1,1 Cent pro Wort (2 Sterne) und 4,5 Cent pro Wort (5 Sterne). Ein 1.000-Wort-Artikel in der höchsten Kategorie bringt dir also 45 Euro. Selbst ohne große Recherche-Zeit (2 Stunden reichen für einen durchschnittlichen Ratgebertext nicht) liegst du effektiv bei 15 bis 20 Euro pro Stunde. Für Selbstständige, die Steuern, Krankenkasse und Rentenversicherung selbst zahlen, ist das strukturell nicht profitabel.

Wann Wortpreis trotzdem funktioniert

Es gibt Szenarien, in denen Wortpreise fair sind:

  • Du kennst die Textart in- und auswendig (z.B. 20 Produkttexte für einen Onlineshop, alle nach demselben Muster).
  • Briefing und Recherche sind minimal (Kund:in liefert Strukturvorlagen und Fakten).
  • Du hast dich spezialisiert und erzielst 20 bis 40+ Cent pro Wort (B2B, SaaS, Fintech, Gesundheit).
  • Der Auftrag skaliert (100 Textbausteine beim gleichen Taktablauf).

Unter diesen Bedingungen wird Wortpreis berechenbar. Unter allen anderen: Finger weg.

Stundensatz: die ehrliche Abrechnung für Ungewisses

Der Stundensatz ist das transparenteste Modell für alles Konzeptionelle. Recherche, Workshops, Beratung, iterative Überarbeitungen — überall dort, wo der Umfang vorab nicht sauber abschätzbar ist, gehört eine Zeit-basierte Abrechnung auf den Tisch. Die Kunst ist, Kund:innen davon zu überzeugen, dass "kreative Zeit" genauso zählt wie Schreib-Zeit.

Die 90-Euro-Regel und warum sie stimmt

Der Berufsverband Text und Konzept (BVTK) empfiehlt in seinem Marktmonitor einen Mindest-Stundensatz von 90 Euro für Werbetext, Redaktion und Werbelektorat. Für PR-Beratung sind es 120 Euro. Das sind keine Wünschdirwas-Zahlen, sondern das Ergebnis einer einfachen Rechnung: Nur ein Drittel bis die Hälfte deines Umsatzes landet am Ende als Gehalt bei dir — der Rest geht für Steuern, Krankenversicherung, Altersvorsorge, Betriebskosten und Rücklagen. Bei 90 Euro pro Stunde und 6 abrechenbaren Stunden pro Arbeitstag bleiben dir realistisch 2.000 bis 2.800 Euro netto im Monat. Alles darunter ist langfristig nicht tragbar.

Realistische Marktspannen im DACH-Raum:

  • Anfänger:innen: 15 bis 40 Euro pro Stunde
  • Fortgeschrittene: 40 bis 70 Euro pro Stunde
  • Spezialist:innen: 70 bis 150 Euro pro Stunde
  • Durchschnitt auf Freelancer-Plattformen: 25 bis 40 Euro pro Stunde

Die Plattform-Durchschnitte zeigen, wo der Markt eingebrochen ist, nicht wo du sein solltest.

Wann Stundensatz deine beste Wahl ist

Greif zum Stundensatz bei:

  • Strategie-Workshops (Positionierung, Messaging, Brand Voice)
  • Offener Recherche (Thema ist neu für dich)
  • Projekten mit wechselndem Umfang (der Kunde weiß selbst nicht, wo er landet)
  • Beratungs-Elementen (du gibst Empfehlungen, nicht nur Text)
  • Eil- und Korrekturrunden, die über das vereinbarte Paket hinausgehen

Wie du Stundensatz verkaufst, ohne dass Kund:innen misstrauisch werden

Das Problem beim Stundensatz: Kund:innen sehen nur die Stundenzahl, nicht das Ergebnis. Lösung: Arbeite mit einem Zeitbudget-Rahmen. "Ich schätze den Aufwand auf 8 bis 12 Stunden — das sind bei meinem Satz 720 bis 1.080 Euro. Sobald wir über 12 Stunden gehen, melde ich mich." Das gibt Kostensicherheit ohne Fixpreis-Risiko. Schreib außerdem jede Position sauber in die Rechnung: "Recherche 4h", "Schreiben 3h", "Überarbeitung 1h". Einkaufsabteilungen brauchen das, und du zeigst damit Professionalität.

Wenn du deinen eigenen Stundensatz noch nicht sauber berechnet hast, lies vorher unseren Grundlagen-Artikel zum Stundensatz berechnen als Freelancer — dort rechnen wir alle Bausteine einzeln durch.

Wortpreis: wann er wirklich passt (und wann nicht)

Wortpreise sind kein schlechtes Modell — sie sind ein spezialisiertes Modell. Sie funktionieren, wenn Recherche-Zeit nahe Null ist, die Textart klar definiert ist und Kund:innen eine einfache Budget-Einheit brauchen. Außerhalb dieser Bedingungen werden sie zur Falle.

Die Textbörsen-Falle verstehen

Textbörsen wie Textbroker oder content.de zahlen nach Sterne-Einstufung:

  • 2 Sterne: 1,1 Cent pro Wort (OpenOrder-Minimum)
  • 3 Sterne: 1,5 Cent pro Wort
  • 4 Sterne: 2,0 Cent pro Wort (DirectOrder-Minimum)
  • 5 Sterne: 4,5 Cent pro Wort
  • DirectOrder insgesamt: 3 bis 5 Cent pro Wort

Warum zahlen Textbörsen so wenig? Weil die Texter:innen dort austauschbar sind. Es gibt immer jemanden, der es für weniger macht. Du kannst dort keine Kundenbeziehung aufbauen, nicht verhandeln und keine Nische etablieren. Textbörsen sind ein Einstiegsinstrument — kein Geschäftsmodell.

Wortpreis pro Wort — realistische Benchmarks 2026

Wenn du direkt mit Kund:innen arbeitest, sieht der Markt so aus:

  • Freelancer-Plattformen (Fiverr, Upwork, Junico): 2 bis 6 Cent pro Wort im Schnitt; Schmerzgrenze bei 10 bis 14 Cent pro Wort.
  • Direkte Kund:innen-Beziehung ohne Spezialisierung: 10 bis 15 Cent pro Wort.
  • Spezialist:innen in Nischen (B2B, SaaS, Fintech, Health, Pharma, Recht): 20 bis 40+ Cent pro Wort.
  • Für nachhaltige Profitabilität rechnerisch nötig: 20 bis 30 Cent pro Wort bei reiner Wortpreis-Abrechnung.

Merke: Unter 5 Cent pro Wort arbeitest du unter Mindestlohn-Niveau, sobald Recherche dazukommt. Das ist nicht verhandelbar — das ist Mathematik.

Zeilenpreis vs. Wortpreis (Lektorat, Übersetzung)

In Lektorat und Übersetzung ist der Zeilenpreis noch verbreitet. Eine Normzeile hat 55 Anschläge inklusive Leerzeichen — das entspricht grob 8 Wörtern. Willst du einen Zeilenpreis in einen Wortpreis umrechnen: teile ihn durch 8. 1,60 Euro pro Normzeile = ca. 20 Cent pro Wort. Für reine Schreibaufträge ist der Wortpreis heute der Standard; Zeilenpreise bleiben in den klassischen Nachbarbranchen verhaftet.

Paketpreise: der Goldstandard für spezialisierte Texter:innen

Paket- oder Pauschalpreise lösen das Kernproblem beider anderer Modelle: Sie geben Kund:innen Kostensicherheit (kein Überraschungs-Stundenzettel) und dir faire Bezahlung (keine Hidden-Cost-Falle durch Recherche). Der Haken: Du musst vorher deinen echten Stundensatz und deinen typischen Aufwand pro Textart kennen. Ohne diese Grundlage wird jede Pauschale zum Verlustgeschäft.

Welche Pakete der Markt zahlt (Zahlen 2026)

Marktübliche Pauschalen im DACH-Raum:

  • Blogartikel (1.000 bis 1.500 Wörter): 250 bis 500 Euro
  • Website-Paket (Startseite, Über uns, Leistungen, Kontakt): 1.500 bis 4.000 Euro
  • Social-Media-Paket (10 Posts inkl. Strategie): 800 bis 1.500 Euro
  • Salespage für ein Produkt oder eine Dienstleistung: 2.500 bis 6.000 Euro
  • Pressetext (A4, bis 2.000 Anschläge): ab 400 Euro
  • Hörfunkspot bis 25 Sekunden: ab 600 Euro
  • Namensfindung regional: ab 1.750 Euro; national: ab 2.500 Euro

Marktübliche Paketpreise für Texter:innen 2026

DACH-Markt, spezialisierte Texter:innen am oberen Rand der Spanne

TextartPreisspanneStd.-Äquivalent bei 90 €/h
Blogartikel
1.000–1.500 Wörter
250–500 €3–5,5 h
Website-Paket
Start, Über uns, Leistungen, Kontakt
1.500–4.000 €17–44 h
Salespage
1 Produkt oder Dienstleistung
2.500–6.000 €28–67 h
Social-Media-Paket
10 Posts inkl. Strategie
800–1.500 €9–17 h
Pressetext
A4, bis 2.000 Anschläge
ab 400 €ab 4,5 h
Hörfunkspot
bis 25 Sek.
ab 600 €ab 6,5 h
Namensfindung
regional / national
1.750–2.500 €+19–28 h
Monats-Retainer
etablierte Texter:innen
2.000–10.000 €+22–110 h / Monat
Regel: Aufwand × Ziel-Stundensatz = Paketpreis-Untergrenze. Spezialisierung hebt das obere Ende.

Je spezialisierter du bist, desto höher das obere Ende. SaaS-Texter:innen mit Case-Studies und Conversion-Zahlen im Portfolio sitzen am oberen Rand — Generalisten am unteren.

Die Hybrid-Formel: Paket + Stundensatz für Recherche

Der schlaue Ansatz, den die meisten DACH-Profis nutzen: Paketpreis für den Textoutput, Stundensatz für alles, was davor passiert. Beispiel:

Angebot Blogartikel SaaS-Fachthema:

  • Textoutput (bis 1.500 Wörter, inkl. 2 Korrekturrunden): 350 Euro pauschal
  • Recherche & Experteninterviews nach Aufwand: 90 Euro pro Stunde (geschätzt 2–4 Stunden)
  • Gesamtrahmen: 530 bis 710 Euro

Das ist ehrlich. Der Kunde sieht, was er bekommt. Du kommst nicht in die Verlustzone, wenn die Recherche unerwartet komplex wird. Und du kannst den Paketpreis selbstbewusst verhandeln, weil er auf deinem echten Aufwand basiert — nicht auf einem Bauchgefühl.

Retainer — das stabilste Modell für planbare Einnahmen

Für laufende Zusammenarbeit (Social Media, Content-Kalender, regelmäßiger Newsletter) bietet sich ein monatlicher Retainer an. Marktspanne für etablierte Texter:innen: 2.000 bis 10.000 Euro und mehr pro Monat. Vorteil: Planbare Einnahmen auf deiner Seite, Priorität beim Kunden auf dessen Seite. Nachteil: Du musst Kapazität freihalten, auch wenn der Monat mal ruhiger ist. Vertraglich sauber trennen: "X Posts/Artikel pro Monat, darüber hinaus nach Aufwand."

Entscheidungsmatrix — welches Modell wann?

Die 4 Auftragstypen und ihr Idealmodell

AuftragstypEmpfohlenes ModellWarum
Kurze Standardtexte ohne Recherche (Produkttexte, Meta-Descriptions)WortpreisKlarer Output, minimaler Hidden Cost
Blogartikel, Whitepaper, FachtextePaket + Recherche-StundenOutput planbar, Recherche variabel
Landingpage, Salespage, E-Mail-SequenzPaket pro LieferobjektWert hängt am Asset, nicht an der Länge
Strategie, Workshops, BeratungStundensatzUmfang unklar, Wert nicht linear mit Zeit
Laufende Content-ArbeitMonats-RetainerPlanbarkeit für beide Seiten

Red Flags: wann du ein Modell sofort ablehnen solltest

  • Wortpreis unter 5 Cent bei Fachthemen — rechne nach, du arbeitest unter Mindestlohn.
  • Pauschale ohne Angabe der Anzahl Korrekturrunden — offenes Fass, unbegrenztes Risiko.
  • Stundensatz ohne Zeitbudget-Rahmen — der Kunde wird bei der ersten Rechnung erschrocken sein.
  • "Wir machen Erfolgsbeteiligung statt Honorar" — gehört nicht in eine Texter-Rechnung (ausser du verkaufst das bewusst so, vertraglich sauber abgesichert).

So rechnest du dein persönliches Modell — in 4 Schritten

Schritt 1: Ziel-Nettogehalt & Zielumsatz

Starte nicht mit "was kann ich verlangen?", sondern mit "was will ich verdienen?". Beispiel: 3.500 Euro netto im Monat. Da nur ein Drittel bis die Hälfte deines Umsatzes als Gehalt bei dir landet, brauchst du 7.000 bis 10.500 Euro Umsatz pro Monat. Das ist dein Zielumsatz.

Schritt 2: Realistischer Stundensatz

Rechne: Zielumsatz geteilt durch abrechenbare Stunden pro Monat. Bei 100 abrechenbaren Stunden (das ist realistisch, nicht jede Arbeitsstunde ist abrechenbar) und 8.000 Euro Zielumsatz: 80 Euro pro Stunde. Das ist dein persönlicher Ziel-Stundensatz. Den Texter-Stundensatz Kalkulator kannst du direkt mit deinen Zahlen füttern — er berechnet automatisch das Wortpreis-Äquivalent und empfohlene Pauschalen für typische Textarten.

Schritt 3: Aufwand pro Textart messen

Sei ehrlich zu dir. Miss über drei bis vier Wochen, wie lange du für jede Textart wirklich brauchst — inklusive Recherche, Briefing-Calls, Korrekturschleifen. Ein sauberes Protokoll pro Auftrag. Das ist der einzige Weg, Paketpreise faktenbasiert zu kalkulieren. Nach einem Monat hast du Mittelwerte: "Blogartikel 1.500 Wörter SaaS = 6,5 Stunden im Schnitt."

Schritt 4: Paketpreise ableiten

Jetzt wird gerechnet. Durchschnittsaufwand × dein Ziel-Stundensatz = Paketpreis-Untergrenze. Beispiel: 6,5 Stunden × 80 Euro = 520 Euro. Das ist dein Minimum für einen SaaS-Blogartikel. Marktüblich ist 250 bis 500 Euro — heißt: Du liegst oberhalb des Marktes. Zwei Optionen: Spezialisierung verkaufen (B2B SaaS, Conversion-Fokus, Case-Studies), oder Effizienz steigern (bessere Templates, Recherche-Routinen, klarere Briefings). Der Texter-Stundensatz Kalkulator hilft dir, den Kreislauf aus Stundensatz, Wortpreis und Paket-Empfehlung in einem Rutsch durchzuspielen.

TL;DR

Wortpreis funktioniert nur bei kurzen Standardtexten ohne Recherche — bei Fachartikeln, Strategie oder Briefing-intensiven Jobs kickt die versteckte Recherche-Zeit dich in die Verlustzone. Stundensatz (Empfehlung ab 90 Euro pro Stunde) passt für Beratung und Konzeption. Paketpreise (250 bis 500 Euro Blogpost, 1.500 bis 4.000 Euro Website) sind der Goldstandard für spezialisierte Texter:innen. Die ehrlichste Lösung ist hybrid: Paket für den Textoutput plus separate Recherche-Stunden auf der Rechnung. Rechne vorher immer deinen echten Stundensatz aus — sonst wird jede Pauschale zum Verlustgeschäft.

FAQ

Wie hoch sollte der Stundensatz für Texter 2026 sein?

Der Berufsverband Text und Konzept empfiehlt mindestens 90 Euro pro Stunde für Werbetext, Redaktion und Werbelektorat sowie 120 Euro pro Stunde für PR-Beratung. Im DACH-Markt liegen realistische Stundensätze zwischen 75 und 150 Euro — Anfänger:innen bei 15 bis 40 Euro, Fortgeschrittene bei 40 bis 70 Euro, spezialisierte Profis bei 70 bis 150 Euro.

Was ist ein fairer Wortpreis für Texter:innen?

Unter 5 Cent pro Wort arbeitest du unter Mindestlohn-Niveau, sobald Recherche dazukommt. Faire Wortpreise bei direkter Kund:innen-Beziehung liegen bei 10 bis 14 Cent pro Wort, Spezialist:innen (B2B, SaaS, Fintech, Gesundheit) erzielen 20 bis 40+ Cent pro Wort. Textbörsen zahlen systematisch darunter — dort liegen die Sätze bei 1,1 bis 4,5 Cent pro Wort.

Wann ist ein Paketpreis besser als Stundensatz?

Paketpreise passen, sobald du den Aufwand einer Textart gut einschätzen kannst und Kund:innen Kostensicherheit brauchen — etwa bei Landingpages, E-Mail-Sequenzen, Website-Paketen oder Blogartikel-Serien. Wenn Umfang, Briefing oder Recherche-Tiefe unklar sind, bleib beim Stundensatz, bis das Projekt konkret wird.

Warum ist Recherche-Zeit der Killer bei Wortpreisen?

Ein 1.000-Wörter-Fachartikel mit 4 Stunden Recherche bringt bei 10 Cent pro Wort nur 100 Euro — effektiv 25 Euro pro Stunde. Das liegt deutlich unter jedem Profitabilitäts-Stundensatz. Wortpreis rechnet nur den sichtbaren Output ab, nicht den unsichtbaren Aufwand davor. Deshalb solltest du Recherche immer separat nach Stunden abrechnen.

Was ist besser — Textbroker oder direkte Kund:innen?

Textbörsen wie Textbroker zahlen nach Sterne-Einstufung 1,1 bis 4,5 Cent pro Wort — das reicht für kaum jemand zum Leben. Direkte Kund:innen-Beziehungen erzielen das 3- bis 10-Fache, weil du verhandeln kannst und nicht austauschbar bist. Textbörsen können als Einstieg dienen, aber nicht als langfristiges Geschäftsmodell.