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Projektabrechnung: Von der Zeiterfassung zur Rechnung in 2 Klicks

So geht Projektabrechnung als Freelancer: Zeit tracken, Einträge auswählen, Rechnung erstellen. Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Pascal Jordin 14.04.2026 7 Min. Lesezeit
Projektabrechnung: Von der Zeiterfassung zur Rechnung in 2 Klicks

Projektabrechnung für Selbstständige heißt in der Kurzversion: Projekt sauber aufsetzen, jede Arbeitseinheit mit Beschreibung tracken, am Monatsende die relevanten Zeiteinträge auswählen und daraus eine Rechnung generieren. In einem integrierten Tool dauert das zwei Klicks statt 15–30 Minuten manueller Übertragung. Dieser Artikel zeigt dir den konkreten Workflow, die drei gängigen Abrechnungsmodelle und die fünf Fehler, die am teuersten sind.

Das Problem: Zeiteinträge ≠ Rechnung

Du hast den ganzen Monat brav deine Stunden getrackt. 47 Einträge, verteilt auf 3 Projekte. Jetzt sitzt du da und musst daraus Rechnungen machen.

Bei den meisten Freelancern sieht das so aus:

  1. Zeiterfassungs-Tool öffnen
  2. Einträge nach Kunde filtern
  3. Stunden zusammenrechnen
  4. Rechnungstool öffnen
  5. Positionen manuell eintragen
  6. Preise berechnen
  7. Rechnung formatieren
  8. PDF erstellen

Das dauert pro Rechnung 15–30 Minuten. Bei 5 Kunden sind das 1–2 Stunden pro Monat. Nur für den Papierkram.

Der bessere Weg: Durchgängiger Workflow

Was wenn der Weg von der Zeiterfassung zur Rechnung nur 2 Klicks bräuchte? Genau das ist das Prinzip der integrierten Projektabrechnung:

  1. Zeiteinträge auswählen → Welche Einträge sollen auf die Rechnung?
  2. Rechnung erstellen → Positionen werden automatisch befüllt

Kein Export, kein Import, kein Abtippen. Die Daten fließen direkt.

Schritt für Schritt: Vom Tracking zur Rechnung

Schritt 1: Projekt richtig aufsetzen

Bevor du anfängst zu tracken, lege dein Projekt sauber an:

  • Kunde: Müller GmbH
  • Projekt: Website-Relaunch 2026
  • Stundensatz: 85 €
  • Budget: 40 Stunden (optional, aber empfohlen)

Warum das wichtig ist: Wenn Kunde und Stundensatz von Anfang an hinterlegt sind, muss die Rechnung am Ende nur noch generiert — nicht zusammengesucht — werden.

Schritt 2: Konsequent tracken

Während des Projekts trackst du jede Arbeitseinheit:

DatumProjektBeschreibungDauer
03.03.Website-RelaunchWireframes erstellen3:30 h
04.03.Website-RelaunchDesign-Entwurf Startseite4:00 h
05.03.Website-RelaunchKundenfeedback einarbeiten1:30 h
07.03.Website-RelaunchFrontend-Entwicklung6:00 h
10.03.Website-RelaunchTesting und Bugfixes2:00 h

Wichtig: Beschreibe, was du gemacht hast. "Arbeit am Projekt" hilft dir bei der Rechnung nicht weiter. "Frontend-Entwicklung Kontaktseite" schon.

Schritt 3: Einträge prüfen

Am Monatsende (oder bei Projektabschluss) prüfst du deine Einträge:

  • Sind alle Zeiten korrekt?
  • Fehlen Einträge?
  • Sind die Beschreibungen aussagekräftig?
  • Stimmen die Zuordnungen zu Projekten?

Dieser Schritt dauert 5–10 Minuten und verhindert Fehler auf der Rechnung.

Schritt 4: Rechnung generieren

Jetzt kommt der magische Moment: Du wählst die Einträge aus und erstellst die Rechnung.

Was automatisch passiert:

  • Kundendaten werden übernommen
  • Zeiteinträge werden zu Rechnungspositionen
  • Stundensatz × Stunden = Positionsbetrag
  • Summen werden berechnet
  • Rechnungsnummer wird vergeben

Was du noch anpassen kannst:

  • Positionen zusammenfassen (z.B. alle "Frontend"-Einträge in eine Position)
  • Beschreibungen anpassen
  • Zusätzliche Positionen hinzufügen (Reisekosten, Lizenzen)
  • Rabatte gewähren

Schritt 5: PDF exportieren und versenden

Die fertige Rechnung exportierst du als PDF und schickst sie dem Kunden — per E-Mail oder über ein Kundenportal.

Drei Abrechnungsmodelle

Modell 1: Stundenbasiert

Du rechnest jede Stunde einzeln ab. Transparent für den Kunden, aber auch aufwändig in der Darstellung.

Wann sinnvoll: Wartungsverträge, Support, laufende Betreuung

Rechnungsposition:

Frontend-Entwicklung (17 Stunden × 85,00 €)     1.445,00 €

Modell 2: Pauschal mit Stundennachweis

Du vereinbarst einen Pauschalpreis, legst aber die Zeiterfassung als Anlage bei. Guter Kompromiss.

Wann sinnvoll: Festpreisprojekte, bei denen der Kunde Transparenz will

Rechnungsposition:

Website-Relaunch gemäß Angebot vom 15.02.2026    3.500,00 €
(Stundennachweis als Anlage)

Modell 3: Meilensteinbasiert

Du rechnest nach Meilensteinen ab — z.B. 30 % nach Designfreigabe, 40 % nach Entwicklung, 30 % nach Go-Live.

Wann sinnvoll: Große Projekte über mehrere Monate

Rechnungsposition:

Website-Relaunch – Meilenstein 2: Entwicklung     1.400,00 €
(40 % von 3.500,00 € gemäß Angebot)

Positionen richtig gruppieren

Kein Kunde will 47 einzelne Zeiteinträge auf der Rechnung sehen. Gruppiere sinnvoll:

Zu detailliert (47 Positionen):

  • 03.03. Wireframe Startseite: 1,5 h
  • 03.03. Wireframe Über-uns: 1,0 h
  • 03.03. Wireframe Kontakt: 1,0 h
  • ...

Richtig gruppiert (3–5 Positionen):

  • Konzeption und Wireframes: 5,5 h → 467,50 €
  • Design und Entwürfe: 8,0 h → 680,00 €
  • Frontend-Entwicklung: 12,0 h → 1.020,00 €
  • Testing und Bugfixes: 3,0 h → 255,00 €
  • Projektmanagement: 2,5 h → 212,50 €

Die gruppierte Version ist professioneller, übersichtlicher und weniger angreifbar. Kein Kunde will diskutieren, ob das 15-Minuten-E-Mail-Lesen wirklich nötig war.

Budget-Kontrolle während des Projekts

Gute Projektabrechnung beginnt nicht am Monatsende, sondern während des Projekts:

  • Budget setzen: 40 Stunden für dieses Projekt
  • Regelmäßig prüfen: Wie viele Stunden sind verbraucht?
  • Frühzeitig kommunizieren: Bei 70–80 % den Kunden informieren
  • Nachverhandeln: Wenn mehr Aufwand nötig ist, vor der Arbeit klären

Nichts ist unangenehmer, als dem Kunden nach Projektende zu sagen: "Übrigens, es waren 60 statt 40 Stunden." Das Vertrauen ist dann hin.

Häufige Fehler bei der Projektabrechnung

1. Vergessene Einträge

Der Montag, an dem du "nur kurz 2 Stunden" etwas gefixt hast — und vergessen hast, es zu tracken. Über ein Projekt summieren sich vergessene Einträge leicht auf 5–10 %.

2. Zu vage Beschreibungen

"Arbeit am Projekt" ist keine Beschreibung. Dein Kunde will wissen, wofür er zahlt.

3. Nicht abrechenbare Zeit abrechnen

Fehlersuche wegen eigener Bugs, Weiterbildung, Einarbeitung — das ist normalerweise nicht abrechenbar. Tracke es separat.

4. Zu spät abrechnen

Rechne zeitnah ab. Nach 3 Monaten fragt der Kunde: "Wofür war das nochmal?" Und du weißt es auch nicht mehr genau.

5. Keine Stundenaufstellung beilegen

Auch bei Pauschalpreisen: Eine Stundenaufstellung als Anhang schafft Vertrauen und verhindert Diskussionen.

Kontext: E-Rechnungs-Pflicht seit 2025

Seit dem 01.01.2025 müssen alle deutschen Unternehmen im B2B-Geschäft E-Rechnungen empfangen können — strukturierte Formate wie XRechnung oder ZUGFeRD. Die Pflicht zur Erstellung rollt gestaffelt bis 2027 aus, abhängig vom Umsatz. Für dich als Selbstständige:r heißt das: Deine Rechnung sollte nicht nur als PDF, sondern idealerweise als ZUGFeRD-PDF (PDF mit eingebetteten XML-Daten) oder als reine XRechnung exportierbar sein.

Eine integrierte Projektabrechnung nimmt dir diesen Teil komplett ab — die XML-Daten werden aus den Rechnungspositionen automatisch generiert. Details zu den Formaten und Fristen liest du im Artikel E-Rechnungs-Pflicht für Freelancer.

Zeit in Rechnung stellen: die typischen Stundensätze

Bevor du deine erste Projektrechnung schreibst, hilft der Marktblick:

  • IT-Entwicklung (DACH): 80–120 EUR pro Stunde
  • Design und Text: 65–95 EUR pro Stunde
  • Beratung und Coaching: 100–180 EUR pro Stunde

Die Spanne kommt aus Erfahrung, Spezialisierung und Region. Wer Nischen-Expertise (z. B. DATEV-Integrationen, Kubernetes-Setup, B2B-Copywriting) mitbringt, landet am oberen Rand. Berechne deinen Zielsatz sauber aus Fixkosten, Ziel-Netto, nicht abrechenbaren Anteilen und Urlaub — und runde dann nach oben, nicht nach unten.

Lass die Zahlen rechnen. Unser Stundensatz-Kalkulator nimmt Wunsch-Netto, Betriebskosten, Steuer und Auslastung und spuckt dir in 30 Sekunden netto und brutto aus — kostenlos, ohne Anmeldung.

Häufige Fragen zur Projektabrechnung

Wie rechne ich als Freelancer ein Projekt korrekt ab?

Setze zuerst Projekt, Kunde und Stundensatz sauber auf. Tracke jede Arbeitseinheit mit klarer Beschreibung. Wähle am Projektende oder Monatsende die relevanten Einträge aus, fasse sie zu 3–5 Positionen zusammen und erstelle daraus eine PDF-Rechnung. Mit einer integrierten Lösung sparst du gegenüber dem manuellen Weg 15–30 Minuten pro Rechnung.

Wie wandle ich meine Zeiterfassung in eine Rechnung um?

In einer integrierten Projektabrechnung reichen zwei Klicks: Zeiteinträge auswählen und Rechnung erstellen. Kundendaten, Stundensatz und Beschreibungen werden automatisch in Rechnungspositionen übernommen. Ohne Integration musst du Stunden exportieren, in Excel summieren und die Positionen manuell in dein Rechnungstool übertragen — der häufigste Zeitfresser am Monatsende.

Welche Angaben gehören in eine Rechnungsposition?

Drei Pflicht-Elemente: Zeitraum (z. B. 03.–10.03.2026), Stundenanzahl und Stundensatz. Die Leistungsbeschreibung sollte so konkret sein, dass dein Kunde auch drei Monate später noch versteht, wofür er bezahlt hat. "Frontend-Entwicklung Kontaktseite" funktioniert, "Arbeit am Projekt" nicht.

Stundenbasiert, Pauschal oder Meilenstein — was ist besser?

Keines ist pauschal besser. Stundenbasiert passt zu laufender Betreuung und Wartungsverträgen, Pauschale mit Stundennachweis zu Festpreisprojekten mit Transparenz-Wunsch, Meilensteine zu langen Projekten mit klaren Phasen. In der Praxis sind Mischformen verbreitet — zum Beispiel eine Pauschale plus Stundensatz für Change Requests.

Wie oft sollte ich als Freelancer abrechnen?

So zeitnah wie möglich, spätestens einmal pro Monat. Je länger du wartest, desto schlechter erinnern sich beide Seiten an die erbrachte Leistung. Bei Projekten über mehrere Monate sind Zwischenrechnungen oder Meilenstein-Rechnungen besser als eine einzige Schlussrechnung am Ende.

Fazit

Projektabrechnung muss kein monatlicher Schmerzpunkt sein. Mit einem durchgängigen Workflow — von der Zeiterfassung direkt zur Rechnung — sparst du Zeit, vermeidest Fehler und wirkst professioneller.

Die drei Regeln:

  1. Sauber tracken (mit Beschreibung)
  2. Sinnvoll gruppieren (3–5 Positionen pro Rechnung)
  3. Zeitnah abrechnen (nicht aufschieben)

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